Frisch ist der Morgen – als lächle er uns alle hier an. Dieser Tagesbeginn im neuen Jahr in Leipzig erinnert mich an etwas Grundsätzliches und Selbstverständliches: Lachen.
Bei den Diné (Navajos) wird das erste Lachen eines Babys als Eintritt ins Menschsein gefeiert. Alle kommen dafür zusammen – für dessen Lachen.
Dieser Moment erfährt volle Aufmerksamkeit und ist so kostbar verbindend wie das Salz der Erde, welches die Mitfeiernden geschenkt bekommen. Großzügigkeit, Freude und Güte möge den neuen Menschen durch dessen Leben leiten.
Wir leiten einander. Wir brauchen einander – um Freundlichkeit, Zuneigung, Zuversicht und Humor wirklich zu erleben. Alleine können wir vieles über uns wissen, aber nicht alles erfahren.
Und weil mich keiner besser kennt, bin ich selbst mein Assistent.*
Stimmt zwar aber, es ist doch wie beim Küssen: Es gibt den Punkt an dem ich sicher scheiter, da kämen auch andere nicht weiter, denn dazu brauche ich einen anderen Mund.
Manche Erfahrungen sind ohne ein Gegenüber nicht möglich – die Freundlichkeit eines anderen braucht es.
Menschenfreundlichkeit ist kein Ideal, sondern eine Lebenspraxis. Weder Humanitarismus noch Misanthropie leiten mich. Entscheidend sind mir konkrete Begegnungen.
Begegnungen bewusst zu gestalten öffnet Räume für Gemeinsamkeiten. Im Gegenüber wird das eigene Selbst deutlicher. Das kann irritieren, aber auch neugierig machen. Sich in Beziehung zu setzen schafft Orientierung.
Begegnung zu nutzen, ohne zu benutzen – Raum zu lassen für dein Ich und mein Ich – das ist mir wichtig.
Verliebt in ein offenes Wir, starte ich ins Neue Jahr. Menschenfreundlichkeit ist lebenswert, weil es Begegnungen verspricht, Neues und Unerwartetes bereit hält. In dem Sinne: Auf eine Neues – miteinander und füreinander!
🙂
* Danke, Annette Humpe für Küssen kann man nicht alleine!