„Krise oder Normalität“ im Online-Coaching-Kongress des QRC

Krisen sind unsere notwendigen Impulse zum Wandel

Dieser Gedanke begleitete mich am letzten Wochenende als Kongressbesucher. Krise, puh! Ja, mitten drin und doch geht es weiter. Seit knapp einem Jahr, dem 18. März 2020, lesen die MikroBlog-Besucher meines Accounts meinen angehefteten Tweet als mein Versprechen für ein Weiter in der Pandemie für die Ziele meiner Kundinnen und Kunden. Ich war also sehr gespannt und neugierig, wie es den Kolleginnen und Kollegen ergeht und welche Erfahrungen – besonders methodische wir austauschen würden.

Es war der erste Kongress vom QRC-Verband, der rein digital und obendrein gerahmt von der Online-Coaching-Messe COACH-DEVCON angeboten wurde. Letztes Jahr hieß es noch, wir treffen uns in Augsburg. Mit dem zweiten Lockdown war dem wirklich kreativen – ja krisenfestem und entschlossenem – Orga-Team klar, dass es mit dem Kongress im QRC 2021 online weitergeht. Respekt!

Ausgelassen, kolleial im Austausch: QRC-Kongress-Teilnehmenden in einer Session. Photo(s): Isabel Hammermann-Merker (QRC e.V.), Danke dafür!

Mit Innovaionspreisen im Coaching rief der QRC im letzten Oktober zum Teilen eigener Coaching-Konzepte als Wettbewerb auf. Die Preise wurden auf der Coachdevcon​ überreicht. Spannende und kreative Lösungen sind da ausgezeichnet. Meinen Glückwunsch den Gewinnerinnen und Gewinnern!

Meine Glanzlichter fürs Coaching

Alle Kongress-Vorträge, Mini-Workshops und die Austausche in den kollegialen Sessions gaben Impulse, sorgte für Ideen – sie orientierten.
Einen Blick auf Verlauf und entsprechedem Austausch läßt sich via Twitter unter dem Hashtag #QRCKongress21 eigens rekonstruieren. Im QRC-Youtube-Channel sind Impressionen online. Hier möchte ich meine, persönlichen drei Glanzlichter des Kongresses und der Coaching-Messe teilen:

  1. Stefanie Emmert im Coaching für Eltern und Kinder ist mir als eine der Innovationspreis-Trägerin besonders wichtig zu nennen. Ihr Methode Ich-Familie-Leben (via YouTube) zeigt Familien in der Krise methdosiche Hilfe zur Selbsthilfe auf. Dabei sind die Fokusthemen Stress + Krisen, Neuorientierung und Rollenkonflikte. Methodisch Lösungsangebote liegen im Wechsel von Kommunikationskanälen. Direkte, ja persönliche (SocialMedia-)Zugänge, Kombinationen von Online- und Offline-Formaten oder telephonische Termine, ob in pysischer Präsenz draußen oder asynchron bieten Optionen. Entsprechend individueller, alltäglicher (Un-)Gewohnheiten bietet S. Emmert ein Angebot ohne dabei individuell oder in Gruppe auf Standardisierungen zu setzen. Sie bleibt überzeugend dicht an den Bedürfnissen der Kleinen und Großen im Coaching oder Mentoring.
  2. Was wir als Krise, als ein „menschliches Konstrukt“ und als normal betrachten – dazu boten Samstag Treya-Silke Koch und Heiko Veit Anregungen, Übungen und Erfahrungen in ihrem Workshop (Session via Youtube) an. Zusammen zeigen die beiden auf und ließen erfahrbar werden, wie Zyklen uns dienliche Perspektiven auf uns und andere bieten. Dazu tauschten wir uns via Mentimeter, Nachspüren sowie atmend untereinander in Gruppen und uns selbst aus. Sie finaliserten mit subjektiven Anpassungsschritten zu mehr natürlicher Lebendigkeit im Transfer – online. Toll, albern und deframed als Einladung zu Kontakt und Verbindung im ganz ich und Du selbst zu sein!
  3. Edda Vanhoefer stellt sich mit ihrer Methodenentwicklung einer Online-Unterstützung aus der Praxiserfahrung für die Praxis erfolgreich dem Innovationspreis-Wettbewerb (hier via Youtube). Mit Embrace Your Potential oder Mastery of Moods nutzt E. Vanhoefer die offenen Türen der gegenwärtigen Krise: Ihr personalisiertes Trainingsprogramm ändert schnell das tägliche Erleben positiv, denn Selbststeuerung ist möglich. Über individuelle Themen und deren Auswahl in Fokussierung auf (die) passende(n) stimmige(n) Frage(n) verändert sich der Blickwinkel der Coachee. Gedanken und Gefühle können so (selbst-)bewusst in hilfreiche Richtungen gesteuert werden. Mir bot dieser Ansatz in der Einfachheit und Klarheit spannende Perspektiven im Coaching. Intervention plus Aufmerksamkeit pur.

Entspannte, bereichernde, kollegiale und lustige Tage, die ich da mit den Kongress-Teilnehmenden verbrachte. Also, ich freue mich sehr auf den Kongress im nächsten Jahr. Save the date: Save the Day: 19.02.2022! Reserviert!

Freiburg verbindet – ein QRC-Kongress-Rückblick

Es hat sich gelohnt von Berlin nach Freiburg zu fahren. Am letzten Samstag nach der Mitgliederversammlung des QRC trafen sich nicht nur Mitglieder bis Sonntagnachmittag im Caritas Tagungszentrum zu Themen rund um Coaching.

Der QRC e.V. ist ein Zusammenschluss von Coaches und Beratern. Wir Mitglieder im QRC-Verband wählten vormittags einen neuen Vorstand: Fortan bleibt Frau Isabel Hammermann-Merker die Vorstandssprecherin des Qualitätsring Coaching und Beratung e.V. Das langjährige QRC-Mitglied Herr Jörg Hohlfeld aus Augsburg ist neu im Leitungsteam und jetzt der stellvertretende Vorstandssprecher. Frau Jutta Dinter bleibt die versierte Schatzmeisterin.

Frau Isabel Hammermann-Merker, Frau Jutta Dinter und Herr Jörg Hohlfeld (v. rechts n. links)

Vom Oberbürgermeister stellvertretend richtete Frau Hanna Böhme persönliche und authentisch fröhliche Grußworte an die Teilnehmenden im Saal sowie im Streaming online aus.

Die Fortbildungs-Akademie liegt malerisch gelegen und bietet über große Fensterfronten einen schönen Blick über die Universitätsstadt im Schwarzwald. Doch fokussierten die Themen die Blickrichtung im Raum statt nach draussen. Es ging in den zwei Tagen um Methoden, Austausch, Ideen und ums Feiern von zehn Jahren des QRC e.V. als eingetragener Verein.

Nach den Kongressen in Köln 2018 und Erfurt 2019 erlebte ich die Tage in Freiburg dieses Jahr als deutlich mehr als ein bloßes Zusammenkommen von Mitgliedern eines Verbandes. Thematisch sowohl als auch organisatorisch bot sich vieles an, das eine Spanne von Coaching-Praxis über kollegialen Transfer bis unternehmerische Perspektiven aufzeigte.

Valentin Vollmer berichtete über seine Geschäftsideen im Coaching CoachNow GmbH. Dem Schwerpunkt Führungskräfte widmete sich dann auch und anders der Beitrag von Armin Reusch mit seinen Einblicken ins Fanchise mit GEDANKENtanken GmbH und Leaders Academy.

Ein wenig kurz doch nachhaltig in mehrfachem Sinne lud Domagoj Jilk dazu ein, welche Samen in Coaching und Kommunikation in den Gartenwelten, in der „grünen Branche“ aufgehen können.

Wiederkehrend beeindruckte mich Heiko Veit zum Thema Macht und Einfluss. Heiko lud uns Teilnehmende ein, die Reife von Macht zu erfahren. Seine Sessions sind lohnende, wohldurchdachte Erfahrungen voller Bild- und Körpersprache – wirkliche Einladungen.

Abends im Dallter mit einem eindrucksvollem Blick über die Lichter Freiburgs und einem leckeren Wein in der Kehle hörte und teilte ich lebhafte Geschichten. Welche über gerade frisch betretene eigenen berufliche Wege, von persönlichen wie auch beruflichen Erfahrungen mit Hochsensibilität, Erzählungen aus Coachingausbildungen oder über die Vorlieben bzw. Erlebnisse rings um Comics – oder wie sie oft genannt werden: graphic novels.

Bezeugender Teil einer Systemaufstellung, zu der uns Isabel Hammermann-Merker einlud, wurde ich am Sonntagmorgen. Die eigene Organisation aufstellend mit kritischen Einblicken nutze ein mir lieber Kollege für seine neuen geschäftlichen Pläne. Sein unternehmerischer Purpose stellt sich bei sorgfältiger Zielausrichtung ein. Nachdenklichkeit, engagierte Blicke, Gefühlsäußerungen und ausformulierte Gedanken halfen der eigenen Entscheidungsfindung.

Spontan sprang Ralf Appelt für Mark Kaltenhäuser ein. ACT – die integrierte Anwendung zweier achtsamkeitsbasierter Verfahren im Coaching öffnete Ralf praktisch den Teilnehmenden.

Mich zog es da leider vorzeitig zum Abschluss des Kongresses durch ein sonntägliches Freiburg zum Hauptbahnhof zurück nach Berlin.

Zwei Kongresstage die verbindend wirkten. Danke, all denen, die ich dort traf!